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26.08.2016

Musikfest-Preis 2016 an Rolando Villazón

Mexikanisch-französischer Tenor wird für seine Verdienste in der Musikwelt geehrt

Der mexikanisch-französische Tenor Rolando Villazón erhält den Musikfest-Preis Bremen 2016. Mit dem undotierten Preis zeichnet das Festival seit 1998 jährlich bedeutende Solisten, Ensembles, Orchester und Dirigenten aus, die durch ihr herausragendes künstlerisches Wirken in der internationalen Musikwelt eigenständige Akzente gesetzt und das Profil des Musikfests entscheidend mitgeprägt haben. Preisträger der vergangenen Jahre waren u. a. Jessye Norman, Nikolaus Harnoncourt, Sir András Schiff, Marc Minkowski, Hélène Grimaud, Masaaki Suzuki, Ottavio Dantone und Janine Jansen.
Der 1972 in Mexiko City geborene Tenor gab 2012 sein Musikfest-Debüt, als er sich begleitet vom Kammerorchester Basel unter der Leitung von Rinaldo Alessandrini mit Konzertarien von Wolfgang Amadeus Mozart vorstellte. Im darauffolgenden Jahr war er in einer Koproduktion mit der Stiftung Mozarteum/Mozartwoche Salzburg und den Salzburger Festspielen in der Titelrolle von Mozarts Oper »Lucia Silla« zu erleben, die von Marc Minkowksi am Pult seiner Musiciens du Louvre geleitet wurde. Zum 25. Musikfest-Geburtstag in 2014 gestaltete er mit Emmanuelle Haïm und dem Concert d’Astrée ein »Fest für Monteverdi«, in dem neben dessen »Il combattimento di Tancredi e Clorinda« weitere Arien und Madrigale des Komponisten zur Aufführung gelangten. Im diesjährigen Musikfest gibt Rolando Villazón am Samstag, 03. September, sein Rollendebüt als Titelheld in Claudio Monteverdis »L’Orfeo« in der Bremer Glocke. Die konzertante Aufführung mit Madgalena Kozená als Messagiera und weiteren Solisten wird von Christina Pluhar geleitet, die dafür mit ihrem Ensemble L’Arpeggiata nach Bremen kommt.
»Rolando Villazón erreicht mit seiner Stimme, seiner Ausdruckskraft und seiner grenzenlosen Leidenschaft eine unvergleichliche Bühnenpräsenz. Mit einem erzählerischen Feuer und einem Zugang abseits rein stilistischer Fragen macht er sich seine Rollen zu eigen und setzt dabei nicht bloß auf schönen Klang, sondern verschreibt sich immer der Verpflichtung, die Musik als Klangerzählung aus dem Augenblick erstehen zu lassen. Damit gelingen ihm Rollenportraits, die mit Dramatik und Emphase aufgeladen, bis zum Kern der Kompositionen vordringen und in seinen Interpretationen extreme Gefühlswelten förmlich greifbar machen. Auf diese Weise verleiht er der Gattung Oper bestechende Aktualität und erweckt mit seinem heutigen Zugriff Partituren aus den verschiedensten Jahrhunderten taufrisch zum Leben«, begründet die Jury die Entscheidung.
Der Musikfest-Preis, eine handgegossene »Orpheus«-Bronze des Bremer Bildhauers Bernd Altenstein, wird Rolando Villazón am 31. August im Bremer Rathaus anlässlich seines Eintrags in das Goldene Buch der Stadt verliehen (nicht-öffentliche Veranstaltung).
(Foto: Monika Höfler)