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21.06.2017

Musikfest-Preis 2017 an Jérémie Rhorer

Der französische Dirigent und Komponist wird für seine Verdienste für die Musikwelt geehrt

Der französische Dirigent und Komponist Jérémie Rhorer erhält den Musikfest-Preis Bremen 2017. Mit dem undotierten Preis zeichnet das Festival seit 1998 jährlich bedeutende Solisten, Ensembles, Orchester und Dirigenten aus, die durch ihr herausragendes künstlerisches Wirken in der internationalen Musikwelt eigenständige Akzente gesetzt und das Profil des Musikfests entscheidend mitgeprägt haben.
Jérémie Rhorer, 1973 in Paris geboren, gab mit dem von ihm mitgegründeten Orignalklangensemble Le Cercle de l’Harmonie 2008 sein Musikfest-Debüt mit einer konzertanten Aufführung von Glucks „Orphée et Eurydice“ und war seitdem nahezu jährlich beim Musikfest zu Gast, zuletzt 2015 mit zwei semi-konzertanten Aufführungen von Mozarts „Entführung aus dem Serail“.
„Seit seinem Musikfest-Debüt in 2008 hat Jérémie Rhorer eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er einer der faszinierendsten Dirigenten seiner Generation ist. Mit leidenschaftlichem Gestaltungswillen feilt er an Intonation und Balance und erreicht mit seiner differenzierten Behandlung der einzelnen Instrumentengruppen ein erlesen abgestimmtes und farbenreiches Klangbild von fabelhafter Plastizität. Gerade in seinen Mozart-Interpretationen legt er mit scharf kontrastierenden Effekten die Doppelbödigkeit in dessen Musik frei und spiegelt so faszinierend das Seelenleben der einzelnen Charaktere auf der Bühne wider. Dank seines fein austarierten, eleganten Dirigierstils erreicht er im vertrauten Zusammenspiel mit seinem Orchester ein Höchstmaß an Dynamik, Esprit, Sinnlichkeit und Grazie, mit dem er beim Musikfest Bremen Maßstäbe gesetzt hat“, begründet die Jury die Entscheidung.
Im diesjährigen Musikfest bringen Jérémie Rhorer und sein Orchester Beethovens „Christus am Ölberge“ und Berlioz‘ „Messe solennelle“ am 30. August im Dom zu Verden zur Aufführung und beenden ihre Bremer Aufführungsserie der Mozart-da Ponte-Trilogie am 01. September mit einer konzertanten Aufführung des „Don Giovanni“ in der Glocke.