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31.08.2016

Rolando Villazón trägt sich ins Goldene Buch ein und erhält den Musikfest-Preis

Großer Medienauftrieb zur Halbzeit des Musikfests im Bremer Rathaus: Star-Tenor Rolando Villazón ist heute (Mittwoch, 31.08.2016) zu einem Besuch im Haus herzlich empfangen worden von Bürgermeister Dr. Carsten Sieling. Begrüßt ebenfalls von geladenen Sponsoren und Förderern der Musikfest Bremen GmbH, zeigte sich Villazón, der mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen gekommen war, bei einem Rundgang durch das Alte und Neue Rathaus beeindruckt von der Jahrhunderte alten Geschichte des UNESCO-Welterbes und seiner prächtigen Ausstattung.
Vom Bürgermeister im Senatssaal gebeten, sich in das Goldene Buch der Freien Hansestadt Bremen einzutragen, brachte Villazón seine innige Verbindung zur Stadt zum Ausdruck. Neben seine Zeichnung der Bremer Stadtmusikanten schrieb er: „Immer glücklich hier zu sein“. Danach wurde dem 44-jährigen aus Mexiko-City stammenden Künstler im Kaminsaal der diesjährige Musikfest-Preis verliehen. Mit dieser Auszeichnung, einer handgegossenen „Orpheus“-Bronze des Bremer Bildhauers Bernd Altenstein, ehrt das Festival seit 1998 Solisten, Ensembles, Orchester und Dirigenten, die durch ihr künstlerisches Wirken in der internationalen Musikwelt eigenständige Akzente gesetzt und das Profil des Musikfests mitgeprägt haben. Preisträger der vergangenen Jahre waren u. a. Jessye Norman, Nikolaus Harnoncourt, Sir András Schiff, Marc Minkowski, Hélène Grimaud und Janine Jansen.
In seiner Laudatio hob Musikfest-Intendant Prof. Thomas Albert hervor, wie sehr Rolando Villazón mit seiner Stimme, seiner Ausdruckskraft und seiner fesselnden Bühnenpräsenz jeden Auftritt zu einem wahrhaftigen Erlebnis mache. Nicht nur weil sich der Musikfest-Preis in einer „Orpheus“:Bronze symbolisiere, würde für ihn nun ein langjähriger Traum in Erfüllung gehen, dass Rolando Villazón im Musikfest sein Debüt in der Titelrolle von Claudio Monteverdis „L’Orfeo“ gebe. Abseits rein stilistischer Fragen verleibe er sich seine Rollen geradezu ein und setze dabei nicht bloß auf schönen Klang, sondern verschreibe sich immer der Verpflichtung, seine Partien mit Dramatik und Emphase aufzuladen, um in seinen Interpretationen die extremen Gefühlswelten der dargestellten Bühnencharaktere greifbar zu machen. Mit diesem hingebungsvollen und leidenschaftlichen Einsatz und seinen Aktivitäten neben dem Gesang wie z.B. als Opernregisseur, Schriftsteller, Cartoonist und TV-Moderator, habe er mit seiner medialen Präsenz der Oper ganz neue Aufmerksamkeit verschafft. „Auf diese Weise verleiht Rolando Villazón der Gattung Oper bestechende Aktualität und erweckt mit seinem heutigen Zugriff Partituren aus den verschiedensten Jahrhunderten taufrisch zum Leben“, erklärte Albert.
In seiner Dankesrede hob Villazón hervor, dass die Auszeichnung eine große Ehre für ihn sei. Bremen fühle er sich sehr verbunden, hier könne er bei einem der für ihn künstlerisch angesehensten Festivals immer in einem Umfeld größtmöglicher Qualität arbeiten. Ebenso fühle er sich den früheren Preisträgern eng verbunden, die alle das Risiko lieben, ihren eigenen Weg gehen und an ihre Kreativität glauben würden. „Es gibt kleine Preise, es gibt große Preise. Dies ist für mich ein großer Preis, eine große Motivation. Ich empfinde den Preis als eine Umarmung zwischen der Stadt, dem Musikfest Bremen und mir“, so Villazón.