Musikfest-Preis 2017 an Jérémie Rhorer

Bremen, 21. Juni 2017 / cp

Musikfest-Preis 2017 an Jérémie Rhorer

Der französische Dirigent und Komponist wird für seine Verdienste für die Musikwelt geehrt

Der französische Dirigent und Komponist Jérémie Rhorer erhält den Musikfest-Preis Bremen 2017. Mit dem undotierten Preis zeichnet das Festival seit 1998 jährlich bedeutende Solisten, Ensembles, Orchester und Dirigenten aus, die durch ihr herausragendes künstlerisches Wirken in der internationalen Musikwelt eigenständige Akzente gesetzt und das Profil des Musikfests entscheidend mitgeprägt haben. Preisträger der vergangenen Jahre waren u. a. Nikolaus Harnoncourt, Sir András Schiff, Marc Minkowski, Fazil Say, Hélène Grimaud, Ottavio Dantone, Janine Jansen und Rolando Villazón.

Jérémie Rhorer, 1973 in Paris geboren, studierte Cembalo, Analyse und Komposition am Conservatoire National Supérieur de Paris und später Dirigieren bei Emil Tchakarov, bevor er Assistent von Marc Minkowski und später von William Christie wurde. 2005 gründete er mit befreundeten Musikerkollegen das auf historischen Instrumenten musizierende Orchester Le Cercle de l’Harmonie. Vor allem mit Mozart-Opern am Théâtre des Champs-Élysées und der Opéra Comique Paris sowie bei den Festivals in Aix-en-Provence und Beaune machte er nachhalting international auf sich aufmerksam. 2011 gab er sein Debüt bei den Salzburger Festspielen mit dem Mozarteumorchester, ebenfalls 2011 an der Wiener Staatsoper mit „Così fan tutte“. Er dirigierte an Opernhäusern wie dem Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, der Oper Frankfurt, der Bayerischen Staatsoper sowie bei den Wiener Festwochen, bei der Styriate Graz, beim Glyndebourne Festival, beim Mostly Mozart Festival New York und den BBC Proms. Im Bereich der sinfonischen Musik arbeitete er mit Orchestern wie dem Ensemble Modern, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Gewandhausorchester Leipzig und dem London Philharmonic Orchestra. Daneben gründete er Les Musiciens de la Prée als Ensemble für zeitgenössische Musik und erhielt als Komponist den „Prix Pierre Cardin“ der Académie des Beaux Arts und zahlreiche Aufträge von Radio France.

Sein Musikfest-Debüt gaben Jérémie Rhorer und Le Cercle de l’Harmonie 2008 mit einer konzertanten Aufführung von Glucks „Orphée et Eurydice“. 2009 folgten eine ebenfalls konzertante Aufführung von Mozarts „Cosí fan futte“ sowie zwei szenische Aufführungen von Haydns „L’infedeltá delusa“ (Koproduktion mit dem Festival d’Aix-en-Provence), 2010 Mozarts Schauspielmusik „Thamos, König in Ägypten“ und Henri-Joseph Rigels „La sortie d’Egypte“. Im darauffolgenden Jahr waren in einem Konzert mit dem Titel „Paris und die Romantiker“ Werke von Hector Berlioz, Franz Liszt, George Onslow und Napoléon Henri Reber zu hören, 2012 folgte eine konzertante Aufführung von Mozarts „Le nozze di Figaro“ (in Zusammenarbeit mit dem Festival d’Aix-en-Provence). Zum 25. Musikfest-Geburtstag in 2014 gestaltete Jérémie Rhorer mit Le Cercle de l’Harmonie die Glocke-Konzerte im Rahmen des Eröffnungsabends und dirigierte Mozart-Arien, Ouvertüren von Beethoven, Henri-Joseph Rigels 10. Sinfonie sowie Felix Mendelssohn Bartholdys 4. Sinfonie (Fassung London 1833 und Fassung 1834). Zuletzt dirigierte er in 2015 zwei semi-konzertante Aufführungen von Mozarts „Entführung aus dem Serail“.

„Seit seinem Musikfest-Debüt in 2008 hat Jérémie Rhorer eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er einer der faszinierendsten Dirigenten seiner Generation ist. Mit leidenschaftlichem Gestaltungswillen feilt er an Intonation und Balance und erreicht mit seiner differenzierten Behandlung der einzelnen Instrumentengruppen ein erlesen abgestimmtes und farbenreiches Klangbild von fabelhafter Plastizität. Gerade in seinen Mozart-Interpretationen legt er mit scharf kontrastierenden Effekten die Doppelbödigkeit in dessen Musik frei und spiegelt so faszinierend das Seelenleben der einzelnen Charaktere auf der Bühne wider. Dank seines fein austarierten, eleganten Dirigierstils erreicht er im vertrauten Zusammenspiel mit seinem Orchester ein Höchstmaß an Dynamik, Esprit, Sinnlichkeit und Grazie, mit dem er beim Musikfest Bremen Maßstäbe gesetzt hat“, begründet die Jury die Entscheidung.

Im diesjährigen Musikfest bringen Jérémie Rhorer und sein Orchester Beethovens „Christus am Ölberge“ und Berlioz‘ „Messe solennelle“ am 30. August im Dom zu Verden zur Aufführung und beenden ihre Bremer Aufführungsserie der Mozart-da Ponte-Trilogie am 01. September mit einer konzertanten Aufführung des „Don Giovanni“ in der Glocke.

Fotos von Jérémie Rhorer zum Downloaden findet sich in der Rubrik „Presse & Medien“ unter www.musikfest-bremen.de (alphabetische Reihenfolge)

Weitere Informationen für die Redaktionen:
MUSIKFEST BREMEN GMBH, Carsten Preisler, Tel. 04 21 / 33 66 660, e-Mail: preisler@musikfest-bremen.de

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