28. AUGUST – 18. SEPTEMBER 2021

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09.09.2021

Musikfest-Preis: Feierliche Vergabe an Philippe Herreweghe im Bremer Ratskeller

Am Donnerstag, 09. September, empfing Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte nach dem Musikfest-Konzert in der Unser Lieben Frauen Kirche geladene Gäste zu einem Empfang im Bremer Ratskeller. In dessen Rahmen wurde im Beisein des Generaldelegierten der Regierung Flanderns in Deutschland, Nic Van der Marliere, der Musikfest-Preis an den aus Gent stammenden Dirigenten Philippe Herreweghe verliehen.

Mit dem undotierten Preis, einer handgegossenen »Orpheus«-Bronze des Bremer Bildhauers Bernd Altenstein, zeichnet das Festival seit 1998 jährlich bedeutende Solisten, Ensembles, Orchester und Dirigenten aus, die durch ihr herausragendes künstlerisches Wirken in der internationalen Musikwelt eigenständige Akzente gesetzt und das Profil des Musikfests entscheidend mitgeprägt haben. Preisträger vergangener Jahre waren unter anderem Nikolaus Harnoncourt, Sir Roger Norrington, Marc Minkowski, Hélène Grimaud, Janine Jansen, Rolando Villazón, Jérémie Rhorer und zuletzt Teodor Currentzis.

Seit seinem Musikfest-Debüt im Jahr 1996 hat sich kein anderer Dirigent in der Historie des Festivals mit einem derart breiten Repertoire von der Grenze zwischen Renaissance und Barock bis zur Spätromantik präsentiert wie Philippe Herreweghe. »Das beeindruckende Spektrum reicht von Monteverdis Marienvesper über Mozarts Requiem, Beethovens Missa Solemnis und Mendelssohn Bartholdys ›Elias‹ bis zu Sinfonien von Robert Schumann und Anton Bruckner, Brahms‘ ›Ein deutsches Requiem‹ und Gustav Mahlers ›Kindertotenliedern‹. Dabei gastierte Philippe Herreweghe beim Musikfest Bremen nicht nur mit seinen eigenen Originalklangkörpern, dem Collegium Vocale Gent und dem Orchestre des Champs-Elysées, sondern daneben auch am Pult des Royal Concertgebouw Orchestra und des Mahler Chamber Orchestra«, würdigte Musikfest-Intendant Prof. Thomas Albert in seiner Laudatio die künstlerischen Beiträge Herreweghes zum Profil des Musikfest Bremen, mit denen er immer wieder neue, faszinierende Perspektiven auf vermeintlich bekannte Repertoires eröffnet habe. Der Dirigent bedankte sich überglücklich und bezeichnete es als eine große Ehre, nun in der Reihe so illustrer Vorgänger*innen dieser Auszeichnung zu stehen. Er fühle sich da im Vergleich eher als Laie, als Amateur, habe er das Dirigieren selbst im Rahmen seiner musikalischen Ausbildung doch gar nicht studiert – ein weiteres Beispiel für die Bescheidenheit und Demut dieses sympathischen Künstlers, der das Musikfest-Publikum in den letzten 25 Jahren so reicht beschenkt hat. Im Rahmen des 32. Musikfest Bremen tritt Philippe Herreweghe noch am 10. September mit dem Collegium Vocale Gent in der St.-Petri-Kirche in Westerstede und am 16. September mit dem Orchestre des Champs-Elysées in der Glocke auf.

Foto (v.l.n.r.): Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte, Philippe Herreweghe (Preisträger), Prof. Thomas Albert (Musikfest-Intendant) und Nic Van der Marliere (Generaldelegierter der Regierung Flanderns in Deutschland).
Foto: Nikolai Wolff/fotoetage