28. AUGUST – 18. SEPTEMBER 2021

32. Musikfest Bremen: Drei Wochen voller Klänge und Euphorie

20.09.2021

32. Musikfest Bremen: Drei Wochen voller Klänge und Euphorie

Besucherzahlen übertrafen die Erwartungen, Publikum feierte die künstlerische Qualität

Mit einem Open-Air-Konzert von Martin Grubinger & The Percussive Planet Ensemble, die Iannis Xenakis‘ Komposition „Pléïades“ auf dem Marktplatz darboten, ging am Samstag-abend das 32. Musikfest Bremen zu Ende. Nur kurz nach dem Verklingen des letzten Tons ziehen Intendant Professor Thomas Albert und Geschäftsführer Jörg Ehntholt hochzufrieden eine erste Bilanz: „Wir sind mehr als überglücklich, dass es gelungen ist, trotz verschärfter Corona-Bedingungen einen durchweg künstlerisch hochkarätigen Festival-Jahrgang durchzu-führen. Es war sehr bewegend zu erleben, wie hochmotiviert die Künstlerinnen und Künstler waren und dabei in Teilen geradezu davon überwältigt waren, endlich wieder live vor Publi-kum auftreten zu können. Die Zuschauerinnen und Zuschauer dankten es ihnen wiederum mit einhelliger Begeisterung und erwiesen sich dabei gleichzeitig als ein sehr diszipliniert und umsichtig agierendes Publikum, das mit seiner Mithilfe unser Sicherheits- und Hygienekon-zept zu einem Erfolg geführt hat. Mit der reibungslosen Durchführung des Musikfest Bremen haben wir gezeigt, wie beim derzeitigen Stand der Pandemie ein so kompaktes, dreiwöchi-ges Festival mit 47 Veranstaltungen in 30 Spielstätten in zwei Bundesländern realisierbar ist. Weder in Bezug auf das Publikum noch in Bezug auf alle Mitwirkenden auf und hinter der Bühne ist ein positiver Corona-Fall zu vermelden. Wir hoffen, dass wir damit zum Start in die neue Saison ein maßstabsetzendes Signal aussenden konnten, an dem sich andere Akteure in der Veranstaltungsszene orientieren.“ Gerade aufgrund des viel personalintensiveren Auf-wands bei gleichzeitig reduzierten Platzkapazitäten liegt die endgültige Abrechnung für das Geschäftsergebnis der GmbH noch nicht vor, aber in Bezug auf die Publikumsresonanz können Intendant und Geschäftsführer schon jetzt ein positives Fazit ziehen: „Nach dem Vorverkaufsstart konnten wir durch neue Verordnungen in manchen Spielstätten die Kapazi-täten noch erweitern, sodass wir anstatt der ursprünglich vermeldeten 14.000 Plätze sogar 16.384 Plätze im Angebot hatten. Mit 14.527 Besucherinnen und Besuchern haben wir eine Auslastung von 89% erreicht, womit unsere Erwartungen noch übertroffen wurden“, so Albert und Ehntholt.
Das Musikfest Bremen war am 28. August mit der Eröffnung „Eine große Nachtmusik“ ge-startet. Bedingt durch Corona war der Abend in seinem traditionellen Ablauf verändert: An neun Spielstätten rund um den Marktplatz fanden je neun Konzerte à 60 Minuten ab 18 Uhr zeitversetzt in zwei Zeitschienen statt, um die sich begegnenden Besucherströme zu entzer-ren, was in der Umsetzung reibungslos gelang. Rund 2.000 Besucher verteilten sich auf die Konzerte, die in Teilen live von den Medienpartnern Bremen Zwei und Deutschlandfunk Kul-tur im Radio übertragen wurden.
In den darauffolgenden drei Wochen folgten zahlreiche weitere Höhepunkte. Klaviervirtuose Daniil Trifonov begeisterte in zwei Klavierabenden in der Glocke, die Haydn Philharmonie wiederum brachte neben anderen Werken das vom Musikfest Bremen mitbeauftragte Cello-konzert „Šahmeran“ von Fazil Say mit Nicolas Altstaedt als Solist zur gefeierten deutschen Erstaufführung. Für nicht minder große Begeisterung sorgte Diana Damrau, die mit Liedern von Richard Strauss brillierte, begleitet von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Jérémie Rhorer – live auf Arte concert übertragen (und noch bis 3. Dezember 2021 in der Arte Mediathek abrufbar).
Das Insula Orchestra unter der Leitung von Laurence Equilbey und das Künstlerkollektiv La Fura dels Baus sorgten für eine bildgewaltige Deutschland-Premiere des Projekts „Pastoral for the Planet“. Im Vorfeld dieser Produktion fand als online gestreamte Veranstaltung ein auf internationales Echo gestoßenes Symposium zur deutsch-französischen Zusammenar-beit in Polarforschung und Kunst statt, eine Kooperation des Festivals mit dem Alfred-Wegener-Institut und dem französischen »Polarsommer« (»Été polaire«). In den Tagen da-rauf sorgten Christina Pluhar und ihr Ensemble L’Arpeggiata mit ihren drei Programmen „Orfeo son io“, „Passacalle de la Follie“ und „Stabat Mater“ als Deutschland-Premieren in Bremen, Oldenburg und Varel für Standing Ovations, nicht zuletzt durch die hochkarätigen Gesangsstars Rolando Villazón, Philippe Jaroussky und Céline Scheen. Der diesjährige Musikfest-Preisträger, Dirigent Philippe Herreweghe, ließ mit seinem Collegium Vocale Gent Madrigale von Carlo Gesualdo genauso erstrahlen wie sinfonische Meisterwerke von Mozart und Beethoven am Pult seines Orchestre des Champs-Elysées. Zum furiosen Finale der Indoor-Konzerte interpretierten Teodor Currentzis und das SWR Symphonieorchester Pro-kofjews drittes Klavierkonzert (Solistin: Yulianna Avdeeva) und dessen fünfte Sinfonie.
Eine neue wichtige Säule des Musikfest Bremen war in diesem Jahr die Nachwuchsförde-rung. Drei erstmals durchgeführte Musikfest Bremen-Ateliers fanden als einwöchige Werk-stätten für junge Musikerinnen und Musiker unter der Leitung angesehener Dozenten-Teams statt. Alfredo Bernardini, Francesco Corti, Catherine Jones und Veronika Skuplik widmeten sich in Jever in „Katharinas Hofmusik III“ Kammermusik aus der Zeit der Zarin, Michael Lea-gue teilte mit den jungen Mitgliedern des Orchesters Jong Metropole das Musikverständnis seiner Formationen Snarky Puppy und Bokanté, wohingegen Wim Becu, Catherine Caffagni und Andrew Lawrence-King neue Erkenntnisse zu Nachbauten historischer Instrumente und ihrer Repertoires im Zusammenhang mit dem Tafelbild „Gottvater mit singenden und musizie-renden Engeln“ des flämischen Meisters Hans Memling vermittelten. Auf diese Weise erhiel-ten die Teilnehmenden, die nach vorheriger Auswahl in einem Online-Bewerbungsverfahren kostenfrei an diesen Ateliers teilnehmen konnten, gezielte Einblicke mit Praxisbezug zu den jeweiligen thematischen Schwerpunkten, die so im regulären Hochschulbetrieb nicht auf der Tagesordnung stehen.
Der Termin für das 33. Musikfest Bremen zum Vormerken: 20. August bis 10. September 2022.
Weitere Informationen für die Redaktionen:
Musikfest Bremen GmbH, Carsten Preisler, Tel. 0421 / 33 66 66, E-Mail: preisler@musikfest-bremen.de

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